Tipps zum Ausmisten


Minimalisieren, aber wie?

Nun hast du den Salat, du hast dich anfixen lassen und willst jetzt Teile deines Besitzes aussortieren (=minimalisieren). Ich stelle hier meine Lieblingsmethoden zum Aussortieren vor. Schalte alle Lichter ein, mach deine Lieblingsmusik an und wirf dich in gemütliche Klamotten. Es kann losgehen! Generell gilt: Beginne mit Bereichen, die dir leicht fallen. Wenn du mit deinen liebsten Erinnerungsstücken beginnst, schwelgst du wohl möglich stundenlang in Erinnerungen oder wirst schlimmstenfalls traurig und kommst so nie ans Ziel.

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Die Autorin Rita Pohle ("Weg damit! Entrümpeln befreit!") entwickelte die drei Kisten Methode. Diese funktioniert ganz einfach und du brauchst dazu lediglich drei Kisten oder Kartons. Wenn du diese gerade nicht zur Hand hast, kannst du dir auch mit drei einfachen Stapeln behelfen.

1. Kiste

Die erste Kiste ist für Müll. Also für alles was du seit einem Jahr nicht mehr gebraucht hast, abgenutzt oder kaputt ist. Achte aber darauf, dass du die "Müll"-Kiste schnell loswirst denn sonst besteht die Gefahr, dass du doch noch einmal darin wühlst und unnützen Kram rettest.

2. Kiste

Die zweite Kiste ist für Dinge die du selbst nicht mehr benutzt, die aber noch zu gut für den Müll sind. Der Inhalt dieser Kiste wird verkauft, verschenkt oder gespendet. Am Besten setzt du dir auch hier ein Zeitlimit, sonst hast du die Kiste ewig lange herumstehen.

3. Kiste

Die dritte Kiste ist deine persönliche Schatzkiste. Dort steckst du alles hinein, was du gerne behalten willst, aber gerade noch keinen Platz hat. Nachdem du aussortiert (und somit mehr Platz) hast, kannst du entscheiden, was davon (wieder) in deine Schränke oder Regale einziehen darf.

Der Vorgang ist dann eigentlich selbsterklärend. Du beginnst nun irgendwo mit dem Aussortieren und räumst alles in die jeweiligen Kisten. Es gibt im Internet auch zahlreiche Anleitungen für 4- oder 5-Kisten Methoden, die aber alle ähnlich funktionieren. Wenn du magst, kannst du diese auch testen und der 3-Kisten-Methode zum Beispiel einfach eine weitere Kiste für "Vielleicht"-Gegenstände hinzufügen und diese für bspw. 3 Monate stehen lassen. Was du nach Ablauf dieser Zeit nicht benutzt oder vermisst hast, kommt dann ebenfalls weg.

Mir persönlich hat es auch geholfen, ohne(!) den Einsatz einer "Vielleicht"-Kiste, meine persönliche Schatzkiste möglichst klein zu wählen. Die "Vielleicht"-Kiste solltet ihr bei dem Trick mit dem kleineren Karton besser nicht einsetzen. Ansonsten könntet ihr in Versuchung geraten, stattdessen alles in die "Vielleicht"-Kiste zu stopfen. Weil der Karton sich schnell füllte, habe ich auf diese Weise automatisch mehr aussortiert als ich es normalerweise für notwendig erachtet hätte.

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Momentan ist sie in aller Munde: die KonMari Methode ist berühmt und das dazugehörige Buch ("Magic Cleaning") der Autorin Marie Kondō wurde ein echter Bestseller. Die Methode selbst funktioniert ebenfalls recht einfach, etwas komplizierter wird es erst bei den besonderen Arten Kleidung zu falten. Mein größter Kritikpunkt an dem Buch ist, dass die junge Autorin so stark auf das rigorose Entsorgen der aussortierten Dinge erpicht ist. Klar, es ist sinnvoll den alten Kram nicht ewig in der Wohnung stehen zu haben, aber mir bricht da im Hinsicht auf Nachhaltigkeit das Herz. Ich empfehle dir, vor allem wenn du dir tatsächlich das Buch zulegen solltet, gut erhaltene Dinge weiterzugeben oder zu spenden, anstatt sie einfach in die Tonne zu kloppen. Die KonMari-Methode funktioniert in drei Schritten.

Schritt 1: Nach Kategorien ausmisten

Du gehst hierbei nach Kategorie, nicht nach Zimmer vor. Das heißt erst alle Kleidungsstücke, dann alle Bücher, alle Stifte und so weiter. Sortierst du jetzt beispielsweise gerade deinen Kleiderschrank, dann solltest du alle Kleidungsstücke aus dem gesamten Haus zusammentragen (auch aus der Wäsche) und auf einen Haufen werfen.

Schritt 2: Jedes Teil in die Hand nehmen

Nun solltest du jedes Kleidungsstück einzeln in die Hand nehmen und dich fragen, ob es dich glücklich macht und ob du es in deinem Leben brauchst. Wenn dies nicht der Fall ist, gilt das jeweilige Kleidungsstück als aussortiert. Wenn dir die Trennung zu schwer fällt empfiehlt KonMari sich bei dem Kleidungsstück für die gemeinsame Zeit zu bedanken und es zu verabschieden. Ich habe schon häufiger gehört, dass einige von dieser doch recht vagen Standardfrage abweichen und sich dabei stattdessen Fragen wie "Sitzt du bequem?" "Stehst du mir?" oder "Wann habe ich dich das letzte Mal getragen?" stellen. Ich denke, das lässt sich ganz beliebig variieren und du solltet selbst schauen, wie es für dich am besten klappt.

Schritt 3: Alles hat einen festen Ort

Alles, was am Ende bleiben darf, bekommt einen festen Ort. Kleidungsstücke, zum Beispiel, werden ordentlich gefaltet und kommen an einen festen Ort in deinem Schrank. Schau dich einfach mal auf Youtube um, dort gibt es jede Menge unterschiedlicher Videos zum Thema "Falten à la Marie Kondo". (zum Beispiel "Marie Kondo: Basic Folding Method") Bücher kommen geordnet ins Regal und Creme in die Schublade im Badezimmer. Dadurch, dass du erst jedes Teil einzeln in die Hand nehmen und ihm anschließend (sofern du es behälst, natürlich) einen festen Ort zuweisen musst, ist diese Methode meiner Erfahrung nach zwar die zeitaufwändigste, aber auch die effektivste. Du machst dir auf diese Art und Weise tatsächlich mehr Gedanken zu einzelnen Gegenständen... und ich habe auch im Nachhinein noch einiges aussortiert, als ich keinen sinnvollen festen Ort für diesen oder jenen Krimskrams finden konnte.

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